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Monatsveranstaltung April:
Stadtentwicklung kontrovers im
21. Jahrhundert

Das altehrwürdige Hoghehus erlebte am sonnig-warmen 02. Mai, mal wieder eine sehr interessante aber auch Kontroversen auslösende Monatsveranstaltung, durchgeführt erstmalig vom neugegründeten AK Stadtentwicklung. Pünktlich um 19:07 Uhr eröffnete Kim Anton nicht nur als Lübecks Vorstandssprecher sondern auch als Mitglied des AK Stadtentwicklung die Veranstaltung, zu der gut 30 Mitglieder, deren Partner und Gäste den Weg in die Lübecker Altstadt am Rande des eigentlich schönsten Platzes Lübecks gefunden hatten.

Der Senator für Stadtplanung der Hansestadt Lübeck, Herr Dr. Volker Zahn, referierte gut 60 Minuten zu 150 Jahren Historie der Entwicklung unserer Heimatstadt und seinen aktuellen Vorstellungen von Qualität in der Stadtentwicklung und deren Perspektiven für die kommenden Generationen.
Als gebürtiger Lübecker hat er, der seit rund 10 Jahren in dieser verantwortlichen Position ist, auch einen entsprechenden persönlichen Bezug zu unserer Stadt; Kontroversen haben seine Ideen und Umsetzungslösungen aber schon immer ausgelöst.

Von den Anfängen der Stadt-"Entwicklung" in Lübeck spricht man seit ca. 1864, als die Öffnung der Torsperre zu tatsächlicher Entwicklung außerhalb der Altstadtinsel führte; das erste Zentrum außerhalb bildete sich auf der mittleren Wallhalbinsel rund um den Bahnhof.
Der zweite Schub setzte um 1900 mit der Aufstauung der Wakenitz durch den Falkendamm und dem Bau des Klughafen als erstem Lübecker Industriehafen, dem Bau des Elbe-Lübeck-Kanals und der Verlagerung des Bahnhofs an seinen heutigen Standort. Der erste industrielle Wirtschaftsaufschwung der sich daraus ergab war also engstens mit dem Schiffsverkehr und dessen intermodaler Ausprägung (Verknüpfung von Binnen- und Hochsee-Schifffahrt) hier vor Ort verbunden.

Die heutige Ausprägung ist nun gekennzeichnet durch die Strategien zur Bewältigung des Flüchtlingsstrom aus den östlichen Reichsgebieten nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit fast einer Verdoppelung der Einwohnerzahl auf 250.000. Lübeck ist heute nun die deutsche Stadt mit der höchsten Dichte an älteren Mitbewohnern, Tendenz steigend und dem drastischen Strukturwandel weg vom verarbeitenden (Industrie-) Gewerbe hin zu einem Dienstleistungsstandort, der durch den Fall der Mauer sein Einzugsgebiet auf 550.000 Menschen in einen ca. 50 km Umkreis weiß.

Der anschließende "Dia-Bilder-Flug" zeigte alle wesentlichen städtebaulichen Entwicklungen, von Wohnbebauung über Dienstleistungs- hin zu Gewerbeinfrastruktur und leitet in die Diskussion über, die sich von Dr. Zahns Anspruch von "Qualität und guter Architektur" über die "mangelhafte Einzelhandelspräsentation", dem "Verkehrskonzept Innenstadt" hin zum Ausbau der Lübecker Häfen zog und erst weit nach 22:00 Uhr ausklang.

Aus Sicht des Ak's kann man nur sagen, für dieses Jahr ist genügend an Ansätzen geboten worden, um weitere interne und externe Veranstaltungen problemlos "füllen" zu können.

Jörg Kaminski